ich war campen und ich muss ehrlich sagen, dafür, dass ich diejenige war, die im vorraus am meisten rumgeheult hat, war ich dann wahrscheinlich auch die, die mit am meisten Spaß hatte. Wer hätte das gedacht - ich gehe campen und es gefällt mir auch noch ;-)) Es war sogar so toll, dass ich einem weiteren Campingtrip nicht abgeneigt wäre.
Aber der Reihe nach:
Letzten Montag haben sich alle 130 neuen SPH'er und ca. 30 Betreuer und Manager um 8:45 h am Campingplatz getroffen. Nach endlosen Warteschlangen am Check-In und der nervenaufreibenden Gruppeneinteilung war irgendwann klar, dass Marina und ich uns zwar das Zelt, nicht aber die Gruppe teilen werden. Ich wurde zum Glück mit 3 anderen aus dem Sprachkurs in Gruppe D eingeteilt, so dass wir da insgesamt 4 Deutsche und 10 Niederländer waren.
Zelte aufgebaut (gut das wir schonmal geübt hatten), das mitgebrachte Lunchpaket verzerrt und dann ging es an die unglaublich be*** Kennlernspiele. Unsere Gruppe hatte es zum Glück noch relativ gut getroffen, wir mussten "nur" einen Ball in die Luft werfen. Rückblickend, war das Spiel nicht nur doof, es war auch völlig zwecklos - ich kann bis heute nicht alle Namen meiner Gruppe...
Nachmittags sind wir dann zur Uni geradelt (eine angenehme Strecke von 30 Min!!!) wo wir im Hörsaal unendliche Vorträge über die Ausbildung, die Schule, Bücherei... hatten. Alles selbstverständlich auf Niederländisch. Kombiniert mit der Wärme und unser Müdigkeit, waren alle ganz kurz vor dem einschlafen. Zu allem übel ist dann auch noch einer meiner FlipFlops kaputt gegangen. Ich hatte nur ein Paar mit zum campen und es gab eine strickte "es ist unter allen Umständen verboten nach Hause zu gehen"-Regel. Zum Glück wohnen wir direkt auf dem Weg zum camping und so konnte ich Miri (eine der 3 die unsere Gruppe betreut hat) davon überzeugen, dass ich doch einen kurzen Stop zu Hause einlege um kurz ein neues Paar FlipFlops zu holen.
Abends gab es Bier für alle und es würde ein Karaokeabend veranstaltet, an dem (dank des Bieres) eine rege Teilnahme herrschte. Als ich gerade ins Zelt gekrochen war, kam der Aufruf zur Nachtwanderung - an der ich dann aber nicht mehr teilgenommen habe.
Dienstag vormittag wurde in jeder Gruppe ein Stück o.ä. für den Bunten Abend vorbereitet. Anfangs lief die Plaung bei uns nicht sooo gut - es gab schlicht Verständigungsprobleme, da in Gruppe D generell Niederländisch gesprochen wurde (alle anderen gem. Gruppen haben Englisch gesprochen). Welmoet (die 2te Begleidung bei uns in Gruppe D) hatte dann aber eine Idee für etwas (das ich leider nur ganz schwer erklären kann), an dem alle teilehmen konnten, und was wir dann auch letzten Endes sehr erfolgreich auf die Bühne in der Campingplatz Kantine auf die Beine gestellt haben.
Nachmittags war Survival angesagt. Also rein in die "Klamotten die SEHR dreckig werden können" (Zitat Packliste), Regenhose drüber, aufs Rad geschwungen und rein in den Wald. Begonnen hat die Survivaltour in einem Klettergarten, in dem es aber mehr um Geschicklichkeit als um Höhe ging. Nachdem der einfache Teil abgehackt war ging es auf einen Parcours im Wald, der eigentlich ganz harmlos anfing, irgendwann aber an einem Fluss endete. Man musste sich dann auf einer 10 cm breiten Balken 5 cm von einer Steinmauer entlang hangeln. Dann machte der Fluss einen Knick unter die Straße. Zurück ging es nicht, also musste man sich auf einem anderen Balken unter der Brücke, einen Meter über der Wasseroberfläche cm für cm vor Bewegen. Ich hatte auf der Hälfte eine leichte Panikattake, aber es half ja nichts und reinfallen wollte ich auch nicht als erste. Also weiter. Am Ende der Brücke konte man dann wieder auf sicheren Boden gehen. Hoch auf die Straße, über die Brücke, wieder runter und das gleiche auf der anderen Seite nochmal!!! Das schlimme war der Einstieg, weil man nicht sah, wo dieser Balken ist und man Rückwärts einsteigen musste. Am Ende musste man sich mit einem Seil um die Ecke und auf den sicheren Boden SCHWINGEN. Es war unglaublich. Aber ich war trocken. Der Parcours ging dann durch den Wald weiter und man musste sich u.a. noch über ein Gülleloch mit einem Holzpfeiler schwingen (wie beim Stabhochsprung). Da die Erfolgsquote aber bei 0% lag habe ich einen Balken genommen und mir ist so das Bad in der Matsche erspart geblieben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt das Ei, ansonsten hatte ich sicherlich auch schwingen müssen.
Das Ei?! Welches Ei?! Jede Gruppe hat am ersten Tag ein rohes Ei bekommen, auf das man die ganze Woche aufpassen musste. Es musste immer dabei sein, man dürfte es nur in der Hosentasche oder in der Hand transportieren etc. Wir haben unser Ei "Mr. Eggbört Wilson" getauft und am Ende der Woche war Eggbört das tatsächlich das einzige Ei, was noch gelebt hat! WIr haben dafür dann einen Kuchen bekommen ;-)
Aber zurück zum Parcours, nach dem Matsch-Hoch-Sprung waren alle SO dreckig, dass es eigentlich nicht in Worte zu fassen ist. Sie sind dann bei ca. 15° C Außentemperatur in den nächsten Fluss gesprungen. Dass sie dann komplett naß waren war egal, weil es so doll angafangen hatte zu regnen, dass auch ich, die nicht im Fluß war bis auf die Unterwäsche "durch" war. Das sich niemand eine schwere Lungenentzündung geholt hat ist eigentlich ein Wunder. Gruppendynamisch war das Survival echt super und alle hatten riesen Spaß, auch wenn wir naß, dreckig, kalt und kaputt waren.
Am Mittwoch gab es Vormittags ein Volleyball-Tunier (das Wetter war zum Glück besser geworden) und Nachmittags ging es nochmal in die Uni, wo sich viele Vereinigungen, Abteilungen und Angeboten mit Ständen, gratis Essen und Trinken und ganz vielen Give-aways vorstellten. SPH blieb leider nur eine halbe Stunde, dann ging es weiter in der Stadt, wo eine Schitzjagt vorbereitet war.
In 3 Std musste jede Gruppe 6 Stationen finden und dort jeweils was machen - u.a. einen Teebeutel innerhalb von 15 Minuten so lange weitertauschen, dass man jedes Mal etwas wertvolleres hatte. Gruppe D (*räusper* wir *doppelräusper*) hatte am Ende 10 weiße Rosen und so diesen Teil der Schnitzjagt gewonnen. Es gab aber auch doofe Stationen wie "10 Minuten singen und dabei Geld sammeln", was am Ende (insgesamt gut 90 Euro) für einen guten Zweck gespendet wurde (schließlich sind wir SPH'er).
Nach dem Abendbrot auf dem Campingplatz ging es nochmal zurück in die Stadt. Wir sind an dem Tag also insgesamt 2 Std Fahrrad gefahren. Was nicht so schlimm wäre, wenn man nicht nur 10 Km/Std fahren könnte - die große Gruppe macht alles schnellere unmöglich... Was wir in der Stadt gemacht haben? Kneipentour. Die haben einen echt gezwungen bis mind. 2 Uhr zu bleiben, dann fuhr die erst Gruppe nach Hause, die 2te um 3 und last Chance before Highway war dann um 4 Uhr morgens. Ich bin um 3 zurückgeradelt - es war also nicht so schlimm. Es gab allerdings auch welche, die auf Grund des Alkoholpegels nicht mehr so gut fahren konnten und schon beim sammeln mitsamt Rad umgefallen sind... Zum Glück durften alle "die noch relativ normal fahren konnten" schon mal los.
Donnerstagvormittag durfte nach der langen Nacht bis 10:30 Uhr ausgeschlafen werden. Dann gabs Frühstück und dann ging es ans Zelte und Sachen einpacken. DIe Woche wurde noch evaluiert und es gab ein abschließendes Gruppengespräch. Preise und Gewinne wurden verteilt (wir als Gruppe haben 2 Preise (fürs Ei und für die Tauschaktion) bekommen und waren somit die beste *unschuldig noch rechts und links guckend*). Um 14 h war alles vorbei, wir sind nach Hause (mit dem Auto) und haben erstmal geduscht ;-)))
Nicht das wir wärend der Woche nicht geduscht hätten, aber es gab in jeder Gruppe nur 2 Duschschlüssel mit denen man das Wasser anmachen konnte. Wenn das Wasser einmal lief, lief es genau (mit Countdown in der Wand) 4 (in Worten VIER, four, quatre) Minuten. Und was war nicht so gern gesehen, dass Wasser 2x anzumachen - auch weil man den Schlüssel weitergeben musste... Zusätzlich wollte ich niemand die Blöße geben 2x das Wasser anzumachen ;-)) Aber ganz ehrlich? Wenn man die Shampoflaschen schon auf hatte, dann reichen 4 Minuten massig aus. Einmal habe ich mir sogar noch die Zähne unter der Dusche geputzt.
Was gibt es sonst noch zu erzählen? Essen und trinken war gut. Am Mittwoch (vor der Kneipentour) haben wir ein BBQ gemacht, an dem auch die SPH Docenten teilgenommen haben. Die kamen alle mit ihrem Rad auf den Campingplatz geradelt - nicht wie bei uns mit dem Mercedes vorgefahren, haben sich dazu ins Gras gesetzt und einfach nur geplaudert.... Manchmal könnte man echt den Eindruck bekommen man ist in einer Traumwelt.
Die Gruppe in denen man bei Campen eingeteilt war, sind gleichzeit auch die Klassen für das Modul 1.1. Das finde ich besonders gut, weil man so schonmal seine "Klasse" kennengelernt hat, und da am Montag nicht so planlos auftaucht. Man war schon zusammen betrunken und bis zum Hals im Schlamm - besser kann man nicht starten würde ich sagen.
Auch eins fällt mir noch ein: Am ersten Tag gabs T-shirts (Bild folgt noch) für jeden das gleiche, mit einem lustigen Comic vorne drauf, hinten steht "Ik ben .... (Namen wurden draufgeschrieben). En ik ben een SPH'er" (Ich bin ... Und ich bin ein SPH'er). Es war neben der "nicht nach Hause fahren Regel" die 2t strengeste Regel: Man musste das T-shirt jeden Tag den ganzen Tag anhaben (außer beim Survival). Also in der Schule, bei der Schnitzeljagt, bei der Kneipentour, bei der Morgengymnastik (ja auch die haben wir gemacht - zu Liedern aus der Minidisko!), beim Essen, beim Volleyball - einfach immer. Ich hatte 4 Oberteile mit, die ich nicht brauchte weil man immer dieses Shirt anhaben musste. Wie es am Ende der Woche aussah brauche ich wohl nicht zubeschreiben...
So, ich denke ich habe das wichtigste Beschrieben. Falls ihr überhaupt so weit gelesen habt ;-))) Ich hoffe ich finde den richtigen Link, dass ihr diesen Eintrag auch findet. Ich überlege gerade einmal die Woche so etwas zu schreiben, nur über Twitter kann man doch nicht alles beschreiben.... Einen guten Wochenstart euch allen.
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Campen
